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Das Geschäft mit der Schönheit

Betrachtet man die Werbung in den verschiedenen Medien, scheint kein Thema so interessant zu sein, wie die tägliche Schönheitspflege. Die Kosmetikbranche setzt jedes Jahr über 60 Milliarden Euro um. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. 98% des Preises eines konventionellen Produktes entfallen auf Werbung und Verpackung. 2% macht der Inhalt aus. Das macht deutlich, wie viel Aufwand betrieben wird, um Bedarf beim Konsumenten zu wecken.

Gezielte Werbeaussagen haben uns perfekt konditioniert. Ein gepflegtes Äußeres mit den Kriterien Haut, Haar und Kleidung, wird als Merkmal für einen gewissen gesellschaftlichen Stellenwert betrachtet. Wir sollten aber Pflege nicht mit Pflegeprodukten gleichsetzen. Es besteht ein großer Unterschied zwischen dem, was wir wirklich benötigen und dem, was die Werbung uns weiß machen möchte. Auch die sogenannten Fachleute in den Kosmetik- und Friseursalons fungieren nur als Sprachrohr der Industrie. Die Profitgier der Kosmetikindustrie ist groß und so wird mit unrealistischen Schönheitsidealen und der Angst vor dem Alter Kundenfang betrieben.

Chemie belastet unseren Körper

Wir nehmen jeden Tag durch unsere Pflegprodukte eine chemische Dosis auf, die uns nicht der Schönheit, sondern der Krankheit näher bringt. Einige der gelösten Stoffe in Cremes, Deo, Haarpflege, aber auch den Putz- und Reinigungsmittel für den Haushalt, werden über die Haut in die Blut- und Lymphbahn aufgenommen. Unser Körper kann zwar vieles über das Immunsystem und die Entgiftungsfunktionen wieder ausscheiden, aber bei weitem nicht alles. Manche Substanzen wirken sehr belastend bis sie wieder ausgeschieden werden und binden darüber hinaus wertvolle Vitalstoffe, die uns dadurch verloren gehen. Einige Stoffe reichern sich mit der Zeit im Körper an, und das auch in sensiblen Bereichen wie den Gelenken oder dem Gehirn, was schwerwiegende Störungen hervorrufen kann. Die Chemie ist stärker als die Rohstoffe der Natur.

Die mildesten Anzeichen dieser chemischen Belastungen sind Hautprobleme, Allergien und Schuppen, die bei vielen schon fast normal sind. Auffällig ist hier, dass die Zahl der Haut- und Atemwegserkrankungen von Mitarbeitern der Kosmetik- und Friseurstudios deutlich zunimmt. Die zuständige Berufsgenossenschaft schlägt Alarm, stellt jedoch nicht die Produkte, sondern nur den Umgang damit in Frage.

Jedes Jahr werden allein im Bereich der Kosmetik 1000 neue chemische Verbindungen zur Anmeldung gebracht. Keiner der Hersteller könnte, selbst wenn er wollte, alle Wechselwirkungen der einzelnen Substanzen untereinander überprüfen. Hinzu kommen all die künstlichen Verbindungen in unserer Nahrung und den Medikamenten, mit denen manche Stoffe reagieren und zu wahren Zerstörern mutieren können. Manche chemische Substanzen gehen aber auch mit körpereigenen Stoffen Verbindungen ein. Es kann zur Ausbildung von Stauungen, Ablagerungen oder Ödemen kommen, so wie wir es auch vom Rheuma oder allergischen Erkrankungen her kennen. Es können Leber- und Niereschäden entstehen, sowie Hormonstörungen durch die Belastung der Drüsen auftreten.

Wir haben nur eine Haut - Lassen Sie sich nicht täuschen

Als Baby war unsere Haut überall gleich. Erst unser Umgang damit macht sie unterschiedlich (unter Berücksichtigung von Witterungs- und Umwelteinflüssen). Viele Frauen sind mit ihrer Gesichtshaut am wenigsten zufrieden, obwohl sie hier am meisten Pflegeaufwand betreiben. Das sollte zu denken geben. Es ist Unsinn was die Industrie uns einredet, dass wir für jeden Körperbereich ein anderes Produkt benötigen. Es ist kaum ein Unterschied zwischen einem Haarreiniger und einem Hautreiniger. Vergleichen wir konventionelle Shampoos oder Cremes miteinander, dann werden wir feststellen, dass der beworbene Stoff darin, z. B. Aloe Vera, meistens unter 1 % ausmacht und der restliche Aufbau identisch oder ähnlich ist. Es gibt wenige Hersteller, die unzählige Produkte über viele Tochterfirmen vermarkten.

Es ist nicht leicht für ein Wasser-Paraffin-Silikon- PEG-Gemisch Werbung zu machen, daher wird oft versucht durch den Namen Gesundheit zu suggerieren. Die Auslobung „dermatologisch getestet“ hat überhaupt keine Aussagekraft, weder was den Nutzen, die Wirkung oder die Verträglichkeit angeht, ohne dass gleichzeitig ein Testergebnis mitgeteilt wird. Selbst dann ist es fragwürdig. Auch der Slogan „von Ärzten getestet“ sagt überhaupt nichts aus. Das ist reine Werbung!

Achten Sie auch bei Naturkosmetik oder Reformhausware auf die Inhaltsstoffe. Im Extremfall können bis zu 49% chemische Substanzen, sowie Konservierungsmittel oder Emulgatoren enthalten sein. Ähnlich wie in der Nahrungsmittelbranche, wird auch hier oft mehr Bio und Gesundheit versprochen, wie tatsächlich drin ist. Selbst wenn ein Hersteller ein einwandfreies Produkt im Programm führt, hat er in der Regel auch etliche Produkte, die dieses Prädikat nicht verdienen. Es gibt nur wenige Betriebe, die aufgrund Ihrer Philosophie auf möglichen Umsatz oder Gewinn verzichten.

Tierversuche für Pflegeprodukte & Kosmetika

Leider werden für Kosmetika und Pflegeprodukte nach wie vor grausame Tierversuche durchgeführt. Bestimmt möchten auch Sie kein Duschgel oder Make-Up verwenden, für das Mäuse oder Kaninchen leiden und sterben mussten! Allerdings erscheint es auf den ersten Blick schwer, sich im Dschungel der Produktaufschriften, Siegel, Gerüchte und Firmenaussagen zu dieser Thematik zu orientieren. Hier ist die Lösung: eine Liste von Herstellern, deren Produkte auf dem deutschen Markt erhältlich sind und die PETA USA oder PETA Deutschland schriftlich versichert haben, dass sie WELTWEIT keine Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben! 

Wie ist die rechtliche Lage?

Sind Tierversuche für Kosmetika überhaupt noch erlaubt? Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden von der EU geregelt. 2003 entschied die EU-Kommission, alle Tierversuche für Kosmetikprodukte zu verbieten und alle Kosmetika, deren Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden, ebenfalls nach und nach vom europäischen Markt zu verbannen. 2009 trat das Verkaufsverbot in Kraft, allerdings mit der Ausnahme bestimmter Tests für kosmetische Inhaltsstoffe, die nach wie vor erlaubt waren und sind. Seit dem 11. März 2013 ist EU-weit der Verkauf von Kosmetika, für deren Inhaltsstoffe nach diesem Datum Tierversuche gemacht wurden, verboten. Zur Bedeutung dieses großen Erfolges für die Tiere lesen Sie hier die Einschätzung von Kathy Guillermo, Vizepräsidentin im Bereich Laboruntersuchungen von PETA USA.

Obwohl in der EU also keine Tierversuchs-Kosmetik mehr verkauft werden darf, gibt es Schlupflöcher. Nach wie vor zieht es immer wieder Kosmetikhersteller auf den chinesischen Markt, obwohl Tierversuche dort vorgeschrieben sind. Auch in anderen Ländern sind Tierversuche für Kosmetik teils noch erlaubt. PETA listet deshalb ausschließlich Hersteller, die sich verpflichtet haben, WELTWEIT auf Tierversuche zu verzichten und auch keine Inhaltsstoffe zu verwenden, für die Tierversuche vorgeschrieben wären.  

Welche Kriterien müssen die Firmen erfüllen?

PETA nimmt ausschließlich Firmen mit den besten Richtlinien gegen Tierversuche in die Positiv-Liste auf. Dies sind Unternehmen, deren Firmenpolitik klar Stellung gegen Tierversuche bezieht und die so dabei helfen, Tierversuche zu vermeiden und in Zukunft vollständig abzuschaffen. Die gute Nachricht ist, dass darunter auch Top-Firmen sind wie Lush und The Body Shop, sowie weitere großartige Marken, deren Produkte in Supermärkten oder übers Internet bezogen werden können. All diese Unternehmen führen keinerlei Tierversuche durch und stellen sicher, dass auch ihre Zulieferer nicht an Tieren testen. Genau dies sichern sie PETA schriftlich zu; nur dann werden sie auf die Positiv-Liste aufgenommen. Wenn Sie Ihr Geld in diese Unternehmen investieren, wird das auch weitere Firmen und Rohstoff-Zulieferer davon überzeugen, keine Tierversuche mehr durchzuführen.

Viele Kosmetikhersteller thematisieren die Frage nach Tierversuchen mittlerweile auf ihrer Homepage oder auf Anfrage. Diese Antworten müssen oft sehr genau gelesen werden, um zu verstehen, was dahinter steckt. So ziehen sich z.B. manche Hersteller darauf zurück, dass die Bezeichnung „tierversuchsfrei“ auf Verpackungen nicht abgedruckt werden darf, da fast jeder Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten irgendwann einmal an Tieren getestet wurde. Das stimmt zwar, dennoch können die Unternehmen natürlich ein wichtiges Signal gegen Tierversuche senden, indem sie nur Inhaltsstoffe verwenden, die bereits zugelassen sind und für die keine erneuten Tests durchgeführt werden müssen, weder hier noch in einem anderen Land der Welt. 

Welche Firmen machen überhaupt noch Tierversuche für Kosmetika?

Gibt es auch eine Negativ-Liste? Nur eine Handvoll Firmen – wie Procter & Gamble und Unilever – geben zu, dass sie Tierversuche machen; die meisten anderen umgehen das Thema mit schönen Worten oder sagen gar nichts, deshalb gibt es auch keine „Negativ-Liste“. Misstrauen Sie Aussagen wie „dieses Produkt wurde nicht an Tieren getestet“; dies verschleiert die Tatsache, dass Inhaltsstoffe sehr wohl in Tierversuchen getestet worden sein könnten. Auch die Aussage „Dieses Unternehmen testet nicht an Tieren“ kann bedeuten, dass die Firma die Versuche möglicherweise durch andere Unternehmen durchführen lässt. Wenn ein Unternehmen keine speziellen Richtlinien hinsichtlich seiner Inhaltsstoffe durchsetzt, kann man davon ausgehen, dass die gekauften Stoffe an Tieren getestet werden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass mitfühlende Konsumenten ihre Kaufkraft nutzen, um Unternehmen zu unterstützen, die eine strenge, fortschrittliche Politik verfolgen, was Tierversuche jetzt und in Zukunft verhindern wird. Anhand unserer Positiv-Liste können Sie genau ersehen, wer diese Firmen sind. Die gute Nachricht: Es kommen ständig neue Firmen auf die Liste der tierfreundlichen Produkte hinzu!

By:www.wildtierschutz-deutschland.de

By:PETA Deutschland e.V.

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By:Animal Equality

By:PETA Deutschland e.V.

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