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Kuhmilch - grausam und unnatürlich

Wenn Kühe die Möglichkeit dazu haben, umsorgen sie ihre Kinder liebevoll und entwickeln lebenslange Freundschaften untereinander. Sie spielen zusammen, sind in der Lage, unterschiedliche Gefühle zu empfinden, und zeigen individuelle Persönlichkeitsmerkmale. Die meisten Kühe jedoch, die für die moderne Milchindustrie gezüchtet werden, leben in extrem beengten Verhältnissen und sind nicht in der Lage, ihre grundlegenden Bedürfnisse, wie beispielsweise die Versorgung ihrer Kälber, auch nur einen einzigen Tag lang zu erfüllen. Diese Kühe werden wie Milchmaschinen behandelt, durch Züchtung zu Hochleistungen angetrieben, mit hohen Mengen an Kraftfutter falsch ernährt und häufig mit Antibiotika gegen Krankheiten behandelt. Nur mithilfe all dieser Maßnahmen sind Kühe überhaupt in der Lage, unnatürlich große Mengen an Milch zu produzieren. Die Kühe in der Milchindustrie leiden Qualen. Und die Menschen, die ihre Milch trinken, erhöhen mit diesem Konsum ihr eigenes Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes, Krebs und zahlreiche anderen Beschwerden.

Kühe in Milchbetrieben leiden Qualen

Kühe in Milchbetrieben leiden Qualen

Kühe produzieren Milch aus demselben Grund, wie der Mensch es tut: als Nahrung für ihre neugeborenen Babys. Doch Kälber in modernen Milchbetrieben werden ihren Müttern meist schon einen Tag nach der Geburt entrissen. Sie werden mit Milchersatz gefüttert, damit die Milch ihrer Mütter zum Verzehr für den Menschen verkauft werden kann.

Weibliche Kühe werden kurz nach Vollendung ihres ersten Lebensjahres erstmals künstlich befruchtet. Nach der Geburt des Kalbes geben sie 10 Monate lang Milch; anschließend werden sie erneut befruchtet, der Prozess wiederholt sich. Manche Kühe verbringen ihr ganzes Leben auf Beton- und Spaltenböden; die Anbindehaltung ist in Deutschland noch immer sehr verbreitet. Die natürliche Lebenserwartung einer Kuh beträgt etwa 20 Jahre, während der sie acht oder neun Jahre lang Milch produziert. Das Leben in modernen Milchbetrieben hingegen bedeutet für Kühe großen Stress: Sie leben in beengten Verhältnissen, werden unentwegt gemolken und müssen unnatürlich hohe Milchmengen geben. Dies führt häufig zu Euter-Erkrankungen, Lahmheit und Fertilitätsproblemen, so dass viele Kühe bereits im Alter von vier oder fünf Jahren für die Milchwirtschaft wertlos sind und geschlachtet werden.

In amerikanischen Milchbetrieben leben heute ganzjährig über neun Millionen Kühe, das sind etwa 13 Millionen weniger als 1950. Dennoch steigt die Milchproduktion unentwegt – von jährlich 58 Milliarden Liter Milch im Jahr 1950 auf 92,5 Milliarden Liter im Jahr 2007. Auch in Deutschland gibt es heute weniger Kühe, die jedoch höhere Leistungen aufweisen als noch vor zehn Jahren. Unter natürlichen Umständen würden die Tiere nur so viel Milch produzieren, wie sie zur Ernährung ihrer Kälber benötigen (etwa 8 Liter pro Tag). Doch durch Hochleistungszüchtungen und die häufige Verabreichung von Antibiotika bei auftretenden Krankheiten sorgt die Milchindustrie dafür, dass jede einzelne Kuh jährlich 8.000 bis 10.000 Liter Milch gibt.

Euterentzündung (Mastitis)

Euterentzündung (Mastitis)

Eine weit verbreitete Krankheit bei Kühen, die für die Milchproduktion gezüchtet werden, ist die schmerzhafte Euterentzündung, auch Mastitis genannt. Mastitis gehört zu den häufigsten Gründen, aus denen Milchfarmer ihre Kühe vorzeitig schlachten lassen. Die Krankheit kann durch etwa 150 Bakterien ausgelöst werden, unter ihnen auch E. coli-Bakterien. Da sich nicht immer Symptome beobachten lassen, wird die Milchqualität anhand der sogenannten „somatischen Zellzahl“ (SCC) auf Infektionen überprüft. Zu den somatischen Zellen gehören auch Leukozyten und Hautzellen, die sich im Allgemeinen aus dem Eutergewebe absetzen. Wie beim Menschen bildet auch der Körper der Kuh zur Abwehr von Infektionen Leukozyten, die auch als „Eiter“ bezeichnet werden. Die SCC von gesunder Milch liegt unter 100.000 Zellen/ml Milch. Da die Milchindustrie jedoch die Milch von allen Kühen einer Herde vermischen darf, wird der Wert der somatischen Zellen eines gesamten Milchtanks gemessen (BTSCC). Milch darf mit einem BTSCC von maximal 750.000 Zellen/ml Milch verkauft werden. Ein BTSCC von 700.000 Zellen/ml Milch oder mehr ist im Allgemeinen jedoch ein Anzeichen dafür, dass zwei Drittel der Kühe der betroffenen Herde an Mastitis leiden.

Anhand von Studien wurde festgestellt, dass sich der SCC-Wert der Milch und die Häufigkeit der Mastitis-Erkrankung bei Kühen durch eine sauberere Unterbringung, mehr Platz für die Tiere, besseres Futter, geeignetere Schlafplätze und eine wirksamere Versorgung senken lässt. Eine dänische Studie an Kühen, die mithilfe von automatisierter Melktechnik gemolken werden, zeigte im ersten Jahr des maschinellen Melkens im Vergleich zum Vorjahr, in dem noch traditionell von Hand gemolken wurde, „… akut erhöhte Zellwerte. Der plötzliche Zellanstieg erfolgte zeitgleich mit der Einführung der Melkmaschinen“. Doch statt die Bedingungen in der industrialisierten Intensivtierhaltung zu verbessern und die Gesundheit der Kühe durch eine Senkung der enormen Produktionsmengen zu unterstützen, investiert die Milchindustrie in die Erforschung von gentechnisch manipulierten Kühen, die gegen die Euterentzündung resistent sind. Eine weitere und häufig auftretende Kuhkrankheit ist die sogenannte Labmagenverlagerung. Diese wird unter anderem durch zu hohe Kraftfuttergaben begünstigt, welche den Tieren verfüttert wird, damit sie immer höhere Milchleistungen erbringen.

Die Verbindung von Milch und Kalbfleisch

Die Verbindung von Milch und Kalbfleisch

Mit jedem Glas Milch unterstützen Sie die Kalbfleisch-Industrie. Während die weiblichen Kälbchen geschlachtet oder für die Milchproduktion herangezüchtet werden, werden ihre Brüder ab der 8. Lebenswoche in einer Gruppenhaltung in Ställen bzw. Buchten aufgezogen. Einem zwei bis acht Wochen alten Tier stehen hier gerade einmal 1,5 m² zur Verfügung. Oft werden die Kälbchen bei dieser Aufzuchtform sogar eine gewisse Zeit angekettet, obwohl das Anbinden und Festlegen grundsätzlich nur mit Übergangsfristen erlaubt ist. Ab der achten Lebenswoche werden die kleinen Kälbchen meist in „Einzelhaltung“ in winzigen, dunklen Mastboxen, sogenannten Kälberiglus aufgezogen (mind. 80 cm x 120 cm). Sie erhalten einen Milchersatz, mit dem sie täglich mindestens 1 kg an Gewicht zulegen. Kälber dürfen inzwischen wieder mit toten und zermahlenen Fischen gefüttert werden, was nach dem Ausbruch von BSE lange Zeit untersagt war. Kälber, die zur Produktion von Kalbfleisch gezüchtet werden, sehnen sich verzweifelt nach ihren Müttern. In Deutschland leben über 4 Millionen Kühe auf Milchfarmen und verbringen ihr gesamtes oder den Großteil ihres Lebens im Stall. Circa 70 Prozent von ihnen werden in der Stallhaltungsform „Laufstall mit Gülle/Festmist“ gehalten. Rund 30 Prozent der Kühe werden sogar in Anbindehaltung gehalten!

Der menschliche Körper bekämpft Kuhmilch

Der menschliche Körper bekämpft Kuhmilch

Außer dem Menschen (und den sogenannten „Haustieren“, die vom Menschen ernährt werden) trinkt keine andere Spezies nach dem Säuglingsalter noch Muttermilch oder artfremde Milch einer anderen Spezies. Kuhmilch ist den Ernährungsbedürfnissen von Kälbern angepasst, die später vier Mägen haben und innerhalb von Monaten Hunderte von Pfund zunehmen. Manche Jungtiere wiegen bereits im Alter von zwei Jahren über 500 kg.

Laut der „American Gastroenterological Association“ ist Kuhmilch die Hauptursache für Nahrungsmittelallergien unter Säuglingen und Kindern. Die meisten Kinder produzieren bereits ab einem Alter von zwei Jahren weniger Laktase – ein Enzym, das für die Spaltung von Milchzucker, Laktose, erforderlich ist. Dies kann zu einer Laktoseintoleranz, auch Milchzuckerunverträglichkeit genannt, führen, von der rund 70 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung betroffen sind. Zu den Symptomen der Laktoseintoleranz gehören Blähungen, Krämpfe, Erbrechen, Kopfschmerzen, Hautausschlag und Asthma. Eine britische Studie zeigte, dass Menschen, die an Herzrhythmusstörungen, Asthma, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Verdauungsproblemen litten, „einschneidende und oftmals hundertprozentige gesundheitliche Verbesserungen zeigten, nachdem sie den Verzehr von Milch einstellten“.

Der Mythos von Kalzium und Eiweiß

Der Mythos von Kalzium und Eiweiß

 

US-Amerikanerinnen konsumieren enorme Mengen an Kalzium. Dennoch gehören sie zu den Patientinnen, die weltweit am häufigsten an Osteoporose erkranken. Die Chinesen hingegen nehmen nur halb so viel Kalzium zu sich (größtenteils aus pflanzlichen Nahrungsmitteln) und erkranken nur selten an der Knochenkrankheit. Medizinische Studien deuten an, dass der Konsum von Milch die Osteoporose nicht verhindert, sondern bei Frauen vielmehr das Risiko einer Erkrankung erhöht. Eine Harvard-Nurses-Studie mit mehr als 77.000 Frauen im Alter von 34 bis 59 Jahren ergab, dass das Risiko eines Arm- oder Hüftbruchs bei Teilnehmerinnen, die täglich mindestens zwei Gläser Milch zu sich nahmen, höher war, als das der Teilnehmerinnen, die täglich maximal ein Glas Milch tranken. T. Colin Campbell, Professor der Ernährungsbiochemie an der Universität Cornell: „Es scheint, dass zwischen dem Konsum von tierischem Eiweiß und der Häufigkeit von Knochenbrüchen ein ebenso unverkennbarer Zusammenhang besteht wie zwischen dem Zigarettenrauchen und der Erkrankung an Lungenkrebs“. Der Mensch kann das für seine Gesundheit erforderliche Eiweiß aus Nüssen, Samen, Hefe, Getreide, Bohnen und anderen Hülsenfrüchten beziehen. Eiweißmangel (auch bekannt als „Kwashiorkor“) tritt in entwickelten und gut versorgten Ländern sehr selten auf und ist im Allgemeinen ein Problem, das Menschen in von Hungersnot geplagten Ländern betrifft. Der Verzehr von zu viel tierischem Eiweiß wird mit der Entwicklung von Gebärmutter-, Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs in Verbindung gebracht. Der erhöhte Konsum von Eiweiß kann zudem für die Nieren belastend sein und dazu führen, dass verstärkt Kalzium aus den Knochen freigesetzt wird.

Was Sie tun können

Was Sie tun können

Um Kühe vor dem Elend der Intensivhaltung zu bewahren, sollten Sie weder Milch noch sonstige Molkereierzeugnissen konsumieren. Entdecken Sie stattdessen die Vielfalt von Soja-, Reis- Nuss- oder Haferprodukten! Angereicherte Drinks auf pflanzlicher Basis versorgen den Körper mit Kalzium, Vitaminen, Eisen, Zink und Eiweiß, enthalten jedoch kein Cholesterin und tierisches Eiweiß. Soja-, Reis-, Hafer- oder Nussdrinks sind ideal zur Verwendung in Müslis oder Cornflakes, Kaffee und Suppen, und eignen sich zudem vorzüglich für Backwaren und andere Gerichte. Der Lebensmittelhandel sowie Bioläden und Reformhäuser bieten heute eine Vielzahl an köstlichen, milchfreien Produkten an. Lassen Sie sich auf der Website www.kochen.veganblog.de anregen oder bestellen Sie telefonisch unsere kostenlose Broschüre „Einfach vegetarisch, einfach vegan“.

Testen Sie die vegane Ernährung und überzeugen Sie sich von den vielfältigen Vorteilen!
 
Quelle: PETA Deutschland e.V.

By:Marion Martin /ZEIT ONLINE (www.zeit.de)

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