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Das große Leiden der Hennen für Eier

Für viele Menschen haben das Frühstücksei am Morgen oder die Eier für den Kuchen nichts mit Tierquälerei zu tun, denn Hennen legen ja sowieso Eier. Und wenn man dann darauf achtet, dass die Eier aus Freilandhaltung kommen, spricht für viele Konsumenten nichts mehr gegen einen Kauf. Hinter dem lukrativen Wirtschaftszweig der Eierindustrie steckt aber etwas ganz anderes: großes Tierleid.

Die Realität hinter dem Ei

Die heutige „Legeleistung“ von Hennen ist keineswegs natürlich. Das Bankivahuhn (Urhuhn) legt nur circa 18 Eier im Jahr, und zwar zur Fortpflanzung. In diesen Eiern wachsen ihre Kinder heran, die sie mit großer Hingabe umsorgt. Damit der Mensch jedoch im Schnitt 217 Eier im Jahr konsumieren kann, wird das Huhn durch Züchtung und Leistungsfutter zu einer „Legemaschine“ degradiert, die fast jeden Tag ein Ei legt. Dies nennt sich eine sogenannte Legelinie. Im Gegensatz dazu steht die „Mastlinie“, also solche Hühner, die besonders viel Fleisch in kurzer Zeit ansetzen. Da beides, also Fleischansatz und hohe Legeleistung, in der Züchtung nicht kombinierbar sind, werden die männlichen Küken der „Legelinie“ direkt nach der Geburt zerschreddert oder vergast, da sie weder Eier legen, noch genug Fleisch ansetzen, um „wirtschaftlich“ zu sein.

Die „Legehennen“ nennt man auch „Legehybride“. Sie selbst werden nicht mehr zur Fortpflanzung eingesetzt, da die hohe Legeleistung nur in die erste Generation vererbt wird. So machen sich die Legehennenhalter also von einer Brüterei abhängig, von der immer neue Tiere geliefert werden. Weder die sogenannten Elterntiere, die die Massen an „Legehennen“ „ produzieren“, noch die „Legehennen“ selbst dürfen jemals eines ihrer Kinder ausbrüten und umsorgen. Den Elterntieren werden die Eier sofort nach dem Legen weggenommen, und die kleinen Hühnerbabys schlüpfen anonym in riesigen Brütereien, geboren in einer Kiste, in einem Brutschrank. Dabei nehmen Küken von Natur aus schon im Ei Kontakt zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern auf, um so den Schlupftermin aufeinander abzustimmen.

In der Intensivtierhaltung – aber auch in der Biotierhaltung – schlüpfen die Küken also ohne Mutter und werden noch am selben Tag „gesext“. „Sexen“ ist der Vorgang der Geschlechterbestimmung. Auf einem Fließband werden die Küken sortiert. Und am Ende gelangen die Brüder der späteren Legehennen direkt in einen Fleischwolf, der die einen Tag alten Babys schreddert. Aber nicht nur die männlichen Küken werden aussortiert. Auch sogenannte „nicht lebensfähige“ Küken werden direkt umgebracht. Also alle Küken, die etwas mehr Zuwendung bräuchten, denn sie sind lästig und deshalb unwirtschaftlich. Die einfache und legale Lösung: die Tötung. Nach dem Sortieren werden die Küken verladen und in die verschiedenen „Legehennen­aufzuchtbetriebe“ gebracht. Die kleinen Küken wachsen gänzlich ohne die Liebe ihrer Mutter in Ställen oder sogar Volieren auf. Sobald sie „legereif“ sind, also mit etwa 3-5 Monaten, werden sie erneut gefangen und in die Legebetriebe transportiert. Das frühere Eintreten der Legeleistung und andere Faktoren, wie das spätere Eigewicht, werden durch ein spezielles Lichtprogramm erreicht. 

Die verschiedenen Haltungsformen

Biohühnerfarm in Twistringen für Edeka (2012), Quelle: PETA Deutschland e.V.

In den Legebetrieben angekommen geht es ebenso schrecklich weiter, und der unschöne Alltag der „Legehenne“ beginnt. Die meisten Hennen, über 23 Millionen alleine in Deutschland, müssen ihr kurzes Leben in engen Ställen, in sogenannter Bodenhaltung, fristen. Neun Hennen müssen sich hierbei einen Quadratmeter teilen, das sind pro Henne nur etwa ein Din-A4-Blatt. Sie müssen auf ihrem eigenen Kot leben, ohne jemals Gras unter ihren Füßen gespürt zu haben.

Die konventionelle Käfighaltung ist in Deutschland zwar seit dem 1. Januar 2009 verboten, jedoch wurden 2006 sogenannte ausgestaltete Käfige eingeführt, in denen bis zu 60 Tiere auf engstem Raum leben. Diese Haltungsform wird irreführend „Kleingruppenhaltung“ genannt, denn auch in diesen Käfigen hat jedes Huhn nur etwa 800-900 cm² Platz zum Leben – Realität für circa 5 Millionen Tiere jährlich in Deutschland. Aufgrund der Enge und Eintönigkeit im Stall, aber auch wegen etlichen anderen Einflussfaktoren würden sich die Hühner gegenseitig blutig picken, und auch Kannibalismus tritt nicht selten auf. Da artgerechte Haltungsformen jedoch nicht wirtschaftlich wären, wird den Hennen stattdessen gleich nach der Geburt die Schnabelspitze kupiert. Eine grausames „Zurechtschneiden“ an tierquälerische Haltungsformen, denn insbesondere die Spitze ist ein äußert sensibler Teil des Schnabels und dient dem Tasten und Picken.

Auch Antibiotika werden eingesetzt, damit die Hennen dem hohen Krankheitsdruck standhalten und die nur einjährige „Legeperiode“ überstehen. Die restlichen rund 8 Millionen Hennen haben das kurze Glück, wenigstens etwas Freilauf zu bekommen. Aber sobald ihre Legeleistung nachlässt und sie eigentlich zur Regeneration in die Mauser (Gefiederwechsel mit Legepause) gehen würden, werden auch sie unwirtschaftlich und kommen deshalb zum Schlachter, um als billiges „Suppenhuhn“ noch etwas Geld zu bringen. Dies geschieht nach durchschnittlich nur 52 Wochen. Beim sogenannten Ausstallen der Hennen werden nicht selten Flügel oder Beine der Tiere gebrochen. Die Hennen werden brutal zusammenbetrieben und in enge Kisten gestopft.

Im Schlachthaus werden sie kopfüber an den Beinen aufgehängt und mit dem Kopf voraus durch ein Strombad geleitet, das sie betäuben soll. Danach wird ihnen mit einem rotierenden Messer die Kehle durchgeschnitten. Betäubung und Tötung funktionieren aufgrund der Vielzahl an Tieren jedoch nicht immer sachgemäß, und so müssen schätzungsweise 30 % der Hühner ihren Tod bei lebendigem Leib miterleben.  

Gesundheitliche Aspekte

Fast jeder weiß heute, dass Eier viel Cholesterin enthalten. Studien zufolge steht der Cholesterinspiegel im Blut auch mit dem Risiko für einen Herzinfarkt in Zusammenhang. Laut des 12. Ernährungsberichts der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. zeigte eine Untersuchung zum Risiko für Dickdarm- und Mastdarmkrebs eine positive Risikobeziehung mit dem Verzehr von Eiern. Auch bei Brustkrebs stehen Eier im Verdacht einer Risikoerhöhung.

Eine abwechslungsreich gestaltete, rein pflanzliche Ernährung dagegen senkt sowohl das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, als auch die Krebsgefahr. Denn wer reichlich Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte zu sich nimmt, hat ein geringeres Risiko Herz-Kreislauferkrankungen zu erleiden. Erfahren Sie mehr zu Eiern und wie man sie im Alltag leicht ersetzen kann – besuchen Sie goveggie.de.

Quelle: PETA Deutschland e.V.

By:Marion Martin /ZEIT ONLINE (www.zeit.de)

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By:PETA Deutschland e.V.

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